Fussball 2. Liga interregional; Willy Neuenschwander kehrt als Trainer zum FC Rothrist zurück

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Updated: November 27, 2015

Leonardo Moccia (links) und Willy Neuenschwander kehren nach einer halben Saison beim FC Wangen b.O. wieder an ihre alte Wirkungsstätte zurück. (Bild: Otto Lüscher)


Wer gestern auf der Internetseite des Schweizerischen Fussballverbandes beim FC Rothrist die Rubrik «Trainer» anwählte, staunte nicht schlecht: Statt Olivier Häusermann und Oscar Muino waren Willy Neuenschwander und Leonardo Moccia als Verantwortliche für die erste Mannschaft aufgeführt. Auf Nachfrage bestätigt FCR-Vizepräsident Foti Konstantin, dass es sich keineswegs um einen Fehler handelt. «Die Mannschaft wurde bereits informiert, dass sich der FC Rothrist von Oliver Häusermann per sofort trennt und durch Willy Neuenschwander als Trainer und Leonardo Moccia als dessen Assistenten ersetzt», sagt Konstantin. Damit kehrt jenes Trainergespann auf den Sportplatz Stampfi zurück, dass den FCR nach dem Aufstieg in die 2. Liga inter zum 1.-Ligisten Wangen b. O. verlassen hatte. Ergänzt werden die «alten Bekannten» durch Oscar Muino, die eine Hälfte des bisherigen Trainergespanns, als weiteren Assistenten. Bemerkenswert ist, dass die Rothrister Spieler nach der letzten Vorrundenpartie das Gespräch mit dem Vorstand suchten und so den Anstoss zum Wechsel an der Seitenlinie gaben. «Sie teilten uns mit, dass man den Draht zum Trainerduo nicht mehr finde», erzählt Foti Konstantin. Die FCR-Akteure hätten sich stattdessen eine härtere Führung gewünscht, «weil sie nicht absteigen möchten.» In Gesprächen mit Olivier Häusermann und Oscar Muino sei der Vereinsführung schliesslich klar geworden, dass die Ansichten zwischen Mannschaft und Trainer tatsächlich nicht mehr die gleichen sind. «Für uns war das der Punkt, um zu reagieren», erklärt Konstantin.

Nach der ungenügenden ersten Saisonhälfte – der FC Rothrist überwintert in der 2. Liga-inter-Gruppe 5 mit zwölf Punkten auf einem Abstiegsplatz – kommt der Wechsel zwar nicht unerwartet. Dass der Aufsteiger aber bereits zum jetzigen Zeitpunkt die Notbremse zieht und dem jungen Trainerduo jenes Vertrauen entzieht, das man ihm in der letzten Sommerpause ausgesprochen hat, überrascht dennoch. «Die Resultate waren sicher nicht in Ordnung, zudem kann man über die vielen Absenzen während der Vorbereitung diskutieren», sagt Foti Konstantin. Auch die hohe Anzahl an Spielsperren oder Verletzungen im Laufe der Meisterschaft hätten wehgetan. «Wenn von den sechs Leaderfiguren zwei bis drei fehlen, fällt das bei unserem schmalen Kader rasch ins Gewicht», so Konstantin. Allerdings wäre das ein Punkt, den man vor Saisonbeginn etwas unterschätzt habe, «aber wir können auch als Verein noch immer lernen». Für den FC Rothrist ist es mit Sicherheit ein glücklicher Umstand, dass sich Willy Neuenschwander und Wangen b.O. bereits im Oktober aufgrund der schlechten Ergebnisse getrennt hatten. «Die Mannschaft kann uns den Trainer nicht diktieren», betont Foti Konstantin, «aber wir hätten ohnehin gehandelt, nachdem die Mannschaft auf uns zugekommen ist.» Weil man um Neuenschwanders Qualitäten bestens Bescheid weiss, wurde auf eine lange und zeitraubende Trainersuche verzichtet, trotz mehreren Anfragen während der Vorrunde. «Willy Neuenschwander ist ein erfahrener Trainer, der weiss, wann die Zügel angezogen oder gelöst werden müssen», sagt Konstantin. Letzteres sei im Fall von Olivier Häusermann und Oscar Muino aufgrund ihres jungen Alters eher schwierig umsetzbar gewesen. «Wenn viele Spieler auch deine Kollegen sind, kann man dann ihnen gegenüber hart sein?»,

fragt Konstantin. Dass nun andere Töne angeschlagen werden, hat die sportliche Führung des FCR der Mannschaft bereits vermittelt. «Sie steht nun in der Pflicht», so Konstantin. Verständlicher Entscheid Während die sportliche Zukunft von Olivier Häusermann, der gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar war, unklar ist, bleibt Oscar Muino als Assistenztrainer weiterhin ein Teil der ersten Rothrister Mannschaft. «Natürlich habe ich das Ganze anders erwartet», sagt er. Enttäuscht sei der frühere FCR-Mittelfeldspieler insofern, weil er und Olivier Häusermann den guten Meisterschaftsstart nicht weiterziehen konnten. «Ich bin keiner, der mit seinem Kopf durch die Wand geht», sagt Muino, «deshalb ist die unter diesen Umständen getroffene Lösung für mich verständlich.» Überrascht habe ihn jedoch, dass der Trainerwechsel so schnell über die Bühne ging. «Nachdem der Vorstand mir und Olivier Häusermann die kritischen Argumente überbracht hat, entschied ich mich nach etwas Bedenkzeit, dass ein Weitermachen in dieser Form keinen Sinn macht», erzählt Oscar Muino, «schliesslich braucht es zum Trainieren die Unterstützung der ganzen Mannschaft.»

P.Kamber ZT