2. Liga interregional, 27.05.2017: Rothrist kassiert gegen Lenzburg den Ausgleich in der Nachspielzeit


Rothrists 1:0-Torschütze Volkan Karaboga (links) setzt sich gegen Lenzburgs Spielertrainer Igor Drmic durch. Bild Otto Lüscher


Wer die Tore vorne nicht macht, kriegt sie hinten – so alt diese Weisheit ist, so aktuell war sie auf dem Sportplatz Stampfi. Im Abstiegskampf-Knüller der 2.-Liga-inter-Gruppe 5 zwischen dem FC Rothrist und dem FC Lenzburg lief bereits die letzte Minute der Nachspielzeit, als die bis anhin eher blassen Gäste nochmals einen Eckball zugesprochen erhielten. Und tatsächlich köpfelte Enrico Hofer mit dem Mut der Verzweiflung die Hereingabe wuchtig zum 1:1-Ausgleich in die Maschen. Entsprechend gross war der Frust bei den Rothristern, als wenige Augenblicke später der Schlusspfiff ertönte. «Das Traurige ist, dass wir zuvor das 2:0 oder 3:0 hätten machen müssen», bemängelte Volkan Karaboga die schwache Effizienz aufseiten des Gastgebers. «Wenn wir diese Tore geschossen hätten, würden wir keine Probleme mehr kriegen», meinte der Stürmer weiter.

Tatsächlich erarbeitete sich der FC Rothrist ein leichtes Chancenplus in diesem so wichtigen Direktduell im Rennen um den Ligaerhalt. Weil die Mannschaft von Trainer Willy Neuenschwander aber die nötige Präzision vor dem gegnerischen Tor vermissen liess, schlug sich das vorerst nicht auf der Resultatwand nieder. Nachdem der aufgerückte Lum Jusufi in der 5. Minute das 1:0 mit seinem Kopfball nur knapp verfehlte, sah Ardian Kqira seinen Lob von Lenzburgs Schlussmann Stephan Wernli pariert. Auch Volkan Karaboga nach einer halben Stunde und Patrik Dibrani, der den mit einer Muskelverletzung ausgeschiedenen Manuel Zobrist früh ersetzte, vergaben ihre Möglichkeiten. Das hätte bereits vor der Pause ins Auge gehen können, als FCRTorhüter Oliver Joos den Rückstand gegen den alleine heranbrausenden Enrico Hofer mit einer Glanztat abwehrte. Zu Beginn der zweiten Halbzeit schienen die Rothrister besser mit der drückenden Hitze auf dem Platz zurechtzukommen. Nachdem Lenzburgs Defensive den Freistoss von Patrik Dibrani noch ablenken konnte, war es in der 64. Minute um die Gäste geschehen. Volkan Karaboga spitzelte einen langen Ball kurz vor Stephan Wernli weg, lief an diesem vorbei und erzielte per Kopf das mittlerweile verdiente 1:0. Mit der Führung im Rücken kontrollierte der FCR die Partie und hätte in der 81. Minute alles klarmachen können. Nach herrlicher Vorarbeit von Karaboga und dem eingewechselten Kastriot Hasanramaj tauchte Dibrani alleine vor Wernli auf, setzte seinen Lob aber neben das Gehäuse. So blieb Lenzburg am Leben – und durfte kurz vor Schluss jubeln. «Wir wären auch mit einem Sieg noch unter Druck gestanden, weil in der Tabelle alle so nahe zusammen sind», versuchte Volkan Karaboga die positiven Seiten des Punktgewinns hervorzuheben. Wichtig sei nun, es in den kommenden Abstiegskampf-Duellen besser zu machen. «Jetzt müssen wir die Siege gegen die Blue Stars und Liestal holen», so Karaboga.


Telegramm Rothrist – Lenzburg 1:1 (0:0)
Stampfi. – 185 Zuschauer

Tore: 64. Karaboga 1:0. 94. Hofer 1:1.

Rothrist: Joos; Fernandes Dinosio, Merdanovic, Jusufi, Emmenegger; Kqira, Fernandes Da Silva, Conz, Saraiva Lopes (56. Hasanramaj); Zobrist (26. Dibrani), Karaboga
Lenzburg: Stephan Wernli; Gisler, Drmic, Thomas Wernli, Ramseyer; Solak (76. Jakupi), Culjak, Hövel, Sommer (52. Golaj); Hofer, Novo Priore (81. Rodriguez Salamanca).

Bemerkungen: Rothrist ohne Diaby, Ibrahimi, Moreiro (alle verletzt) und Skopljak (abwesend). 26. Zobrist scheidet verletzt aus
Verwarnungen: 12. Merdanovic, 67. Drmic, 72. Hasanramaj (alle Foul)