2. Liga interregional, 17.09.2016: Rothrist verliert Derby gegen Schöftland


«Ich denke, wir sind fitter und hatten deshalb in der zweiten Halbzeit mehr Luft», sah Schöftland-Trainer Jürg Widmer den Hauptgrund für den klaren Derbyerfolg seines Teams. «Einige meiner Spieler haben nach der Pause stark abgebaut», stiess Rothrist-Trainer Willy Neuenschwander ins gleiche Horn. Daraus Kapital schlugen die Einheimischen vor allem zwischen der 74. und 83. Minute – und dies gleich drei Mal. Eine gute Viertelstunde vor Schluss kam Miroslav Kral knapp vor der Mittellinie an den Ball, marschierte mit dem Spielgerät 20 Meter in Richtung FCR-Tor und drückte schliesslich aus rund 25 Metern ab. Gästegoalie Simon Nützi hatte gegen den platzierten Flachschuss keine Chance und es stand 2:1. Nur gerade sechs Minuten später fand ein Freistoss den Kopf des eingewechselten Nils Suter und dieser nickte ungestört zum 3:1 ein. Wiederum nur drei Zeigerumdrehungen vergingen, bis Kral nachdoppelte. Der grossgewachsene SCS-Stürmer wurde am Sechzehner angespielt und war per Flachschuss für das 4:1 verantwortlich. Der 2:4-Anschlusstreffer von Manuel Zobrist in der Nachspielzeit war schliesslich nur noch von statistischem Wert. In der ersten Hälfte hatten sich die beiden Teams ein ausgeglichenes Duell geliefert. Den besseren Start erwischte der Gastgeber mit einer Eckballdublette in der 11. Minute. Den ersten Versuch konnte Mario Andelic noch knapp über das eigene Tor klären, beim zweiten stieg aber der aufgerückte Innenverteidiger Dominic Siegenthaler am höchsten und war per Kopf zum 1:0 erfolgreich. 20 Minuten später hätte Siegenthaler nachdoppeln müssen. Nach einem Corner stand er am weiten Pfosten plötzlich alleine vor Nützi, doch dieser reagierte hervorragend.

Dies schien endlich der entscheidende Weckruf für die Rothrister zu sein. Nach Weitschüssen von Zobrist und Ardian Kqira musste Schöftlands Torhüter Dominic Gautschi zweimal eingreifen. In der 36. Minute war dann aber auch er machtlos. Nach einem Befreiungsschlag von Albin Krasniqi landete der Ball beim freistehenden Albert Marku. Ganz alleine zog der Stürmer auf Gautschi los und liess ihm keine Chance. «Die erste Halbzeit war sehr gut», sagte Willy Neuenschwander. In der Gesamtbetrachtung sei seine Mannschaft aber vor allem bei stehenden Bällen zu passiv gewesen, «wir waren auch zu wenig kompakt und diszipliniert.» Jürg Widmer hingegen lobte die Standards seine Equipe: «In diesen Situationen haben die Automatismen sehr gut funktioniert. Wir haben aber auch zwei, drei Spezialisten für ruhende Bälle.» Während die Derbyniederlage für die stark in die Saison gestarteten Rothrister bereits die dritte Pleite in Folge war, durfte sich der Aufsteiger aus Schöftland zum dritten Mal in Serie über einen Dreier freuen. «Für uns ist jeder Sieg wichtig, um uns ein Polster zu schaffen», erklärte Jürg Widmer, «wir müssen jetzt auf dem Boden bleiben und weiter hart arbeiten. Ich bin sicher, dass wir noch stärker werden.»

Telegramm Schöftland – Rothrist 4:2 (1:1)
Rütimatten. – 200 Zuschauer

Tore: 11. Siegenthaler 1:0. 36. Marku 1:1. 74. Kral 2:1. 80. Suter 3:1. 83. Kral 4:1. 91. Zobrist 4:2.

Schöftland: Gautschi; Füchslin, Barile, Siegenthaler, Durand (75. Suter); Schwegler, Boner, Grütter; Gmür (87. Mathys), Fehér (72. Hofer), Kral.

Rothrist: Nützi; Kqira, Dias, Krasniqi, Diaby; Saraiva Lopes (72. Hasanramaj), Fernandes Da Silva, Skoplijak (82. Erb), Andelic, Zobrist; Marku (87. Brahimi).

Bemerkungen: Schöftland ohne Fabio Ferrara (Militär), Moor, Jakovljevic und Nathan (beide verletzt). Rothrist ohne Preniqi, Popaj, Merdanovic (alle verletzt) und Gashi (gesperrt). 81. Tor von Kral wird aberkannt (Foul am Torhüter)

Verwarnung: 61. Skoplijak (Reklamieren)