2. Liga interregional, 09.06.2018: Rothrist verliert gegen Muri mit 0:5 und steigt in die 2. Liga ab


Enttäuschung pur bei den Rothristern Dejan Skopljak (hinten) und Anel Merdanovic nach dem Schlusspfiff. (Bild: Otto Lüscher)


Drei Jahre nach dem Aufstieg ist das Abenteuer «2. Liga inter» gestern Abend für den FC Rothrist zu Ende gegangen. Und wie: Gleich mit einer 0:5 Packung gegen den FC Muri haben sich die Rothrister aus der fünfthöchsten Schweizer Fussballklasse verabschiedet.

«Das müssen wir jetzt erst einmal sacken lassen», sagte Co-Trainer Leo Moccia wenige Augenblicke nach dem Schlusspfiff. Im Spiel der letzten Chance nahm das Unheil für den Gastgeber äusserst früh seinen Lauf. Nur 34 Sekunden waren gespielt, als Valentin Gashi nach einem Querpass alleinstehend das 1:0 für Muri erzielen konnte. Als Ronny Minkwitz in der 12. Minute die zweite Chance der Gäste zum zweiten Treffer nutzte, rückte der rettende Sprung über den Strich bereits in weite Ferne. Spätestens nach Luigi Milicajs Doppelschlag (53. und 55. Minute) zum 4:0 mussten die Rothrister ihre Hoffnungen auf den Ligaerhalt endgültig begraben. Dabei hätten sie in der Person von Kastriot Hasanramaj die Möglichkeiten gehabt, wieder für Spannung zu sorgen. Erst verpasste der Stürmer in der 31. Minute aus bester Position den Anschlusstreffer, und kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit scheiterte er kläglich vom Elfmeterpunkt aus. So machte die bessere Effizienz den Unterschied zugunsten der Gäste aus, bei welchen wiederum Gashi mit seinem Schuss aus der Distanz (83.) für den 5:0-Schlusspunkt sorgte.

«Wir haben den Ligaerhalt nicht heute verspielt», sagte Leo Moccia, der wie sein Trainerkollege Oscar Muino vor allem mit dem schwachen Saisonstart haderte. Dass die Mannschaft erst im siebten Meisterschaftsspiel gegen das Team Aargau punkten konnte, habe ihr das Genick gebrochen. «Wir haben die Hebel zu spät angesetzt. Wir hätten im Sommer versuchen müssen, den einen oder anderen Spieler halten zu können», zeigte sich Moccia selbstkritisch. So aber sei man in der Vorrunde grösstenteils nicht konkurrenzfähig gewesen. «Wir wussten schon vor der Saison, dass es nicht einfach wird. Wenn du aber abgeschlagen als Letzter überwinterst, wird es richtig schwierig», sagte Moccia weiter. Wie sich seine Schützlinge unter diesen Voraussetzungen in der Rückrunde nochmals zurückkämpften, hat den Trimbacher beeindruckt. «Ich muss den Jungs ein riesiges Kompliment machen, wie sie zusammengeblieben sind und ihre Sache durchgezogen haben», lobte Leo Moccia. Alle hätten versucht, ihr Bestes zu geben, was am Ende beinahe aufgegangen wäre. «Wir haben in der Rückrunde 17 Punkte geholt», bilanzierte Moccia, «wenn uns das in der Vorrunde gelungen wäre, wären wir jetzt alle Sorgen los.» (P.Kamber ZT)



Telegramm Rothrist – Muri 0:5 (0:2)
Stampfi. 356 Zuschauer

Tore: 1. Gashi 0:1. 12. Minkwitz 0:2. 53. Milicaj 0:3. 55. Milicaj 0:4. 83. Gashi 0:5.

Rothrist: Bossert; Sampaio Rocha (66. Saraiva Lopes), Merdanovic, Müller; Josias Mikalay, Skopljak, Conz (48. Morina), Kqira; Hasanramaj, Karaboga (76. Ozan), Popaj.
Muri: Gazsi; Matoshi, Parente, Mrkonja, Stadelmann; Milicaj, Weiss (83. Kalt), Tafa (58. Streuli), Gashi; Huber (63. Ianu), Minkwitz.

Bemerkungen: Rothrist ohne Olivera (Familie), Philemon Mikalay (verletzt) und Dibrani (Aufbau). 46. Hasanramaj verschiesst Penalty.
Verwarnungen: 25. Merdanovic (Foul), 28. Minkwitz (Reklamieren), 60. Sampaio Rocha (Foul).